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Latein
XIII.VII.MMXX  
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Lateinische Texte: Carmina Burana

Handschrift (Carmina Burana) Aus der Abtei Benediktbeuren, in Oberbayern, wurde bei der Säkularisation 1803 ein Kodex in die Kurfürstliche Hofbibliothek in München überführt. Man nennt ihn den Codex Buranus. Dieser Kodex enthält 228 lateinische Gedichte und verschiedene Zusätze, die deshalb Carmina Burana ("Benediktbeurer Lieder") genannt werden. Man nimmt heute an, dass die Sammlung um 1230 entstanden ist; die einzelnen Gedichte können älter sein. Inhaltlich enthält sie Sammlung moralisch-satirische Gedichte, Liebeslieder, Trink- Spieler- und Vagantenlieder, geistliche Lieder. Einige der Carmina Burana wurden von Carl Orff (1895-1982) vertont.

Carmen Buranum 139

Tempus transit horridum   frigus hyemale
redit, quod est placidum,   tempus estivale;
quod cum Amor exigit   sibi principale
qui amorem diligit   dicat ei vale!

Mutatis temporibus   tellus parit flores
pro diveris floribus   variat colores;
variis coloribus   prata dant odores,
phylomena cantibus   suscitat amores.

Quisquis amat, gaudeat   tempus se videre,
in quo sua gaudia   debeat tenere,
et cum amor floreat   qui iubet gaudere,
iam non sit, qui audeat   inter nos lugere.

Unam quidem postula   unde michi dari,
cuius quidem osculo   potest mors vitari.
Huic Amoris vinculo   cupio ligari
dulce est hoc iaculo   velle vulnerari.

Si post vulnus risereo   dulcis est lesura
si post risum flevero   talis est natura!
sed cum etas venerit   senectutis dura,
lugeat, quod fecero,   pro pena futura.

Sed quod eam diligo   mira res videtur:
onus est, quo alligor,   et vix sustinetur.
unum de me iudico   quod verum habetur:
morior, quam eligo,   nisi michi detur.

Die schaurige Zeit, die winterliche Kälte ist vorbei, die Sommerzeit, die angenehme ist zurück. Da Amor diese für sich beansprucht, heisse jeder, der die Liebe liebt, sie willkommen

Bei veränderter Witterung bringt die Erde Blumen hervor, mischt je nach Blumenart die Farben; mit verschiedenen Farben geben die Wiesen Duft, die Nachtigall erregt mit ihrem Gesang die Liebe.

Jeder der lebt, soll sich freuen, dass er diese Zeit sieht, in der er seine Freude haben soll, und da Amor blüht, der befiehlt, sich zu freuen, soll es keinen geben, der unter uns zu trauern wagt.

Eine freilich fordere ich, dass sie mir gegeben werde, durch deren Kuss der Tod kann abgewendet werden. Von ihrer Liebe wünsche ich gefesselt zu werden, und süss ist der Wunsch, von diesem Pfeil getroffen zu werden.

Wenn ich nach der Verwundung lache, ist die Wunde süss, wenn ich nach dem Lachen weine, ist das Natur! Aber wenn die harte Zeit des Alters kommt, mag sie, was ich tue, im Hinblick auf die künftige Strafe trauern.

Aber dass ich diese liebe, scheint eine sonderbare Sache zu sein: eine Last ist es, an die ich gebunden bin, und sie ist kaum zu tragen. Eines denke ich von mir, und das gilt sicher: ich sterbe, wenn mir die, die ich liebe, nicht gegeben wird.

XIII.VII.MMXX