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Latein
XXV.II.MMXIV  
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Sprichwörter und geflügelte Worte
Omnia mea mecum porto.

"Alle meine Habe trage ich bei mir." Nach Cicero, Paradoxa 1, 1, 8: Nach der Eroberung seiner Vaterstadt erwidert Bias von Pri‘ne, einer der Sieben Weisen, auf die Aufforderung eines Mitbürgers, er solle doch wie sie alle, soviel er nur könne, von seiner Habe mitnehmen: Ego vero facio; nam omnia mecum porto mea, "Aber das tue ich ja: Alle meine Habe trage ich bei mir"; vgl. Valerius Maximus, Denkwürdige Taten und Worte 7, 2, externi 3, wo Bias fast wortgleich antwortet: Ego vero bona omnia mea mecum porto, "Aber ich trage ja alle meine Güter bei mir". Bei Seneca, De constantia sapientis 5, 6, ist der Ausspruch Stilpon von Megara zugeschrieben; dort erwidert der Philosoph nach der Eroberung seiner Vaterstadt durch Demetrios Poliorketes, den "Städteeroberer", auf die Frage des Siegers, ob er etwas verloren habe: Nihil; omnia mea mecum sunt, "Nichts; alle meine Habe ist bei mir"; vgl. Briefe an Lucilius, 9, 18, wo die Antwort lautet: Omnia bona mea mecum sunt, "Alle meine Güter sind bei mir". Diogenes La‘rtios, Leben und Lehre der Philosophen 2, 115, läßt Stilpon hinzufügen, seine Bildung habe ihm niemand davongetragen, und auch seine Vernunft und sein Wissen habe er noch. Phaedrus, Fabeln 4, 23, 14 und 26f. (Nr. 519 Perry), hat das souveräne Bekenntnis zur Selbstgenügsamkeit des geistigen Menschen von dem weisen Bias auf den Dichter Simonides übertragen; in seiner Fabel erklärt Simonides nach einem Schiffsuntergang auf die entsprechende Frage eines Leidensgenossen: Mecum mea sunt cuncta, "Bei mir ist alle meine Habe". Die Sentenz, die Phaedrus seiner Fabel voranstellt: Homo doctus in se semper divitias habet, "Ein gebildeter Mensch hat seine Reichtümer immer in sich", geht auf Menander, Sentenzen 569 Jäkel, zurück: Ὁ σοφὸς ἐν αὑτῷ περιφέρει τὴν οὐσίαν, "Der Weise trägt seinen Besitz in sich selbst (mit sich) herum". Vgl. die dem Varro zugeschriebene Sentenz unter Ubi bene, ibi patria.

Dieses geflügelte Wort ist entnommen aus: Veni vidi vici. Geflügelte Worte aus dem Griechischen und Lateinischen, zusammengestellt, übersetzt und erläutert von Klaus Bartels, 11., durchgehend erneuerte und erweiterte Auflage, Verlag Philipp von Zabern, Mainz 2006, 216 Seiten. Der Band bringt gegen 500 Geflügelte Worte, gegen 300 Stück "Kleingeflügel", einen Essay "Geflügelt, entflogen" und ein deutsches Schlagwortregister.
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