"Die ewige Stadt (Rom)." Im Sinne der Augusteischen römischen Reichsidee (vgl. Tu regere imperio populos, Romane, memento ...,) hat der Liebesdichter Tibull, Elegien 2, 5, 23f., als erster fast beiläufig von Rom als der "ewigen Stadt" gesprochen: Romulus aeternae nondum formaverat urbis / moenia ..., "Romulus hatte die Mauern der ewigen Stadt noch nicht aufgerichtet ..." Zur Idee der "ewigen Stadt" vgl. die Verheißung eines "Reiches ohne Ende", die Vergil, Aeneis 1, 278f., den Göttervater Jupiter gegenüber Venus, der Mutter des Aeneas, aussprechen läßt: His ego nec metas rerum nec tempora pono, / imperium sine fine dedi, "Diesen (den Römern) setze ich weder Wenden ihrer Dinge noch (begrenzte) Zeiten; Herrschaft ohne Ende habe ich ihnen gegeben". Die meta bezeichnet eigentlich die kegelförmige, an den Enden einer Wagenrennbahn aufgestellte Wendesäule. Selbst die Einnahme und Plünderung Roms durch den Westgotenkönig Alarich im Jahre 410 n. Chr. hat diese Prophezeiung nicht entkräften können; noch wenige Jahre später erklärt Namatian, De reditu suo 1, 137f., in seiner Hymne auf die Romgöttin: Quae restant, nullis obnoxia tempora metis, / dum stabunt terrae, dum polus astra feret, "Die Zeiten, die nun noch verbleiben, sind keinen Wenden mehr ausgesetzt, solange die Erde Bestand hat, solange der Himmel seine Sterne trägt". Vgl. das dort anschließende Illud te reparat, quod cetera regna resolvit: / Ordo renascendi est crescere posse malis und Quamdiu stat Colisaeus ....










