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Kleidung: Frauen
Die Materialien
Die begüterte römische Frau widmete auch ihrer Kleidung grosse Aufmerksamkeit. Natürlich gab es damals diese Verschiedenheit von Schnitten und Modellen nicht, wie wir sie heute gewohnt sind. An Stelle von Leinen und Wollgeweben, die bei der Kleidung der Männer verwendet wurden, zog man Baumwolle und vor allem Seide vor, die aus dem Orient kamen. Diese Stoffe waren nicht nur weicher und leichter, sondern sie eigneten sich besser für die Arbeit der Färber, die ihre Farben veränderten: gelb, helles und dunkles Rot, Purpur und anderer Farbschattierungen waren beliebt. Fächer aus pfauenfedern und Schirmchen, um sich vor der Sonne zu schützen, ergänzten dieses prunkvolle Bild.
Die Kleidung
Die weibliche Kleidung bestand hauptsächlich aus tunica, stola und Unterkleidern. Auf der Haut trugen die Frauen ein Hemd, die tunica interior, und unter oder über diesem Hemd das strophium (verschiedene Stoff- und Lederbänder), die dem heutigen Büstenhalter enstpricht. Über dem Hemd trugen sie die stola, die für die römische Bürgerin die standesgemässe Bekleidung darstellte, ähnlich wie die toga für die Männer. Die stola war ein langes Kleid, das bis zu den Füssen reichte und in der Taille durch einen Gürtel gestrafft wurde. An den Saum konnte man auch eine Borte aus Purpur befestigen. In den ersten Jahrhunderten der Republik (ca. 500 - 150 v.Chr.) trugen die Frauen als Überhang den ricinium, einen einfachen quadratischen Umhang, der die Schultern und manchmal auch das Haupt bedeckte. In den letzten Jahrhunderten der Republik (ca. 150 v.Chr. - 400 n.Chr.) und während der Kaiserzeit wurde dieses durch die palla ersetzt, ein sehr weites und reiches Gewand, das die Form eines Umhangs hatte.
Die Schuhe
Das Schuhwerk war für Männer und Frauen identisch. Das einzige Unterscheidungsmerkmal konnte in der Farbe bestehen: Die Frauenschuhe hatten lebhaftere Farben, während die Schuhe für Männer eher von dunkler Farbe waren.
Die Haare
Die römische Frau trug ihre Haare nie kurz. Die uns durch die verschiedenen antiker Portraits überlieferten Frisuren zeugen von einer bemerkenswerten Vielfalt. Konstant bleib jedoch das Merkmal der langen Haare, die hochgesteckt, glattgezogen oder gelockt sen konnten, je nach dem, was die jeweilige Mode vorschrieb. Zur Zeit der Republik (500 v.Chr. - 0) ordnete die Frau ihre Haare in äusserst schlichter Weise: das Haar lag dicht am Nacken an und wurde höchstens von kleinen Zöpfen oder Haarknoten geschmückt. Bereits gegen Ende der Republik (ca. 50 v.Chr.) begann man, der Pflege von Gesicht und Haar besondere Aufmerksamkeit zu schenken, und schnell breitete sich diese Mode in allen Schichten aus. Als man mit den Völkern jenseits der Alpen in Kontakt gekommen war, wurde Blond zur Modefarbe, auch wenn man dies für unanständig hielt. So färbten sich die "anständigen" Damen die Haare schwarz, während Prostituierte blond bevorzugten. Mehr Aufwand musste betrieben werden, um die Haare der jeweiligen Mode anzupassen, d.h. sie zu kräuseln, wenn gelocktes Haar Mode war, oder sie zu glätten, wenn geflochtene Haare modern waren. Beispielsweise zur Zeit der Flavier wurden Berge von Locken auf den Köpfen der Damen aufgetürmt. Die jungen unverheirateten Frauen trugen ihre Haar offen auf den Schultern oder hinter dem Nacken zusammengebunden und geflochten. Im Unterschied zu den verheirateten Frauen gingen sie meistens ohne Kopfbedeckung aus. Unentbehrliches Instrument zum Erzeugen von Locken war das calamistrum. Es handelte sich um ein hohles Metallrohr, das in Asche erhitzt und zusammen mit einem kleinen Metallbügel benutzt wurde: Und fertig war die Wellenlegung.
Die Kopfbedeckung
Manchmal waren die Haare in grossmaschjgen Haarnetzen, reticulum, zusammengebunden. Zum Teil waren diese Netze auch aus Goldfäden geflochten und gaben so nicht nur den Haaren eine bestimmte Form, sondern verschönerten sie durch Farbspiele. Nach der Hochzeit änderte sich die Frisur der Frau und zeigte so ihren neuen Status an. Traditionsgemäss mussten im allgemeinen die Haare der verheirateten Frau bedeckt sein und durch Stoff- oder Wollbänder, vittae genannt, gehalten werden. Dies ist ein sehr altertümlicher Brauch. Ansonsten gab es eine Vielzahl von Kopftüchern und Schleiern, die von Frauen jeder sozialen Schicht benutzt werden konnten, unabhängig davon, ob sie ledig oder verheiratet waren. Sich ohne Kopfbedeckung in der Öffentlichkeit zu zeigen, wurde als Zeichen grosser Schamlosigkeit erachtet.
Der Schmuck
Die verheirateten Frauen konnten ihr Haupt auch mit prächtigen Diademen schmücken, wobei sie darauf achten mussten, dass die Frisur dem Gewicht standhielt. Verschiedenartig waren auch die weiblichen Schmuckstücke: neben Ringen trugen die Römerinnen Spangen, mit Gold oder kostbaren Steinen geschmückte Bänder, die in die Haare geflochten wurden, Ohrringe, Armbänder und Ketten, die man sich auch ums Fussgelenk legte. Die Damen der höheren Gesellschaft führten regelrechte Schätze mit sich. Besonders traf dies für die Ohren zu, an denen häufig mehrere Ohrringe gleichzeitig hingen.
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